Johann Rettenberger ist erfolgreicher Marathonläufer und Serienbankräuber. Nüchtern und präzise misst er Herzfrequenz, Belastung, Ausdauer und Effektivität – bei Trainingsläufen ebenso wie bei den Banküberfällen, von denen er, aberwitzig maskiert und mit einer Pumpgun bewaffnet, vor der Polizei flüchtet. Er lebt unentdeckt mit seiner Freundin Erika in Wien, zieht immer wieder aus, leidenschaftlich und gierig nach dem Trip, der Bewegung und der Schönheit des Raubzugs- bis zu drei Mal an einem Tag.
Ende der 80er Jahre endete die Flucht eines Mannes, dem die Medien den Namen Pumpgun-Ronnie gegeben hatten.
Verfilmt nach Martin Prinz’ Buch Der Räuber zeigt der Regisseur einen Mann als Hochleistungssportler seines Fachs, als Endorphin-Junkie, als Liebenden und Freiheitssuchenden, als eine Art Naturphänomen, getrieben von einer inneren Energie.
Mit: Andreas Lust, Franziska Weisz, Markus Schleinzer, Max Edelbacher u.a.
Walter, einst brillanter Wirtschaftsprofessor, lässt sich seit dem Tod seiner Frau ziellos durchs Leben treiben. Für einen Vortrag muss er nach New York. In seinen leerstehenden vier Wänden in Manhattan angekommen, wartet auch schon eine große Überraschung auf ihn: sein Zweitwohnsitz wird von einem jungen Paar bewohnt, dem Syrer Tarek und der Senegalesin Zainab. Nach einem ersten Schreck auf beiden Seiten stellt sich heraus, dass die Wohnung den beiden illegal vermietet wurde. Walter beschließt, die beiden Fremden bei sich wohnen zu lassen, bis sie etwas Neues gefunden haben.
Zwischen ihm und Tarek entwickelt sich nicht nur eine Freundschaft, der junge Mann bringt dem alten Professor das Trommeln bei, durch das Walter wieder neue Lebensfreude und seine verloren geglaubte Kreativität neu entdeckt.
Als Tarek jedoch eines Tages wegen illegalen Aufenthalts in den USA festgenommen wird und ihm die Abschiebung droht, muss Walter seine Lebensfreude in Taten umsetzen. Zusammen mit Tareks verwitweter Mutter Mouna (Hiam Abbass: Lemon Tree) kämpft Walter für die Freilassung seines neuen Freundes…
Eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt und ein wahres Juwel des amerikanischen Independentfilms!
Buch & Regie: Thomas McCarthy
Kamera: Oliver Bokelberg
Mit: Richard Jenkins, Haaz Sleiman, Danai Gurira, Hiam Abbass u.a.
Preise (Auszug):
Moscow International Film Festival: Bester Hauptdarsteller Richard Jenkins
San Diego Film Critics Society Awards: Bestes Originaldrehbuch
Independent Spirit Awards, USA: Beste Regie
Nominierungen (Auszug):
Oscar 2009: Bester Hauptdarsteller Richard Jenkins
Chicago Film Critics Association Awards: Bester Hauptdarsteller Richard Jenkins
David di Donatello Awards, Italien: Bester ausländischer Film
Sonntag, 29.1.2012, 18:30
Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott
Spielfilm Österreich 2010
112 min, deutsche Originalfassung
Horst und Toni sind zwei ganz normale Grazer Mittzwanziger. Horst lebt seit dem Tod seiner Eltern bei seiner Oma. Mit der traurigen Tatsache, dass diese seit Jahren tot ist, muss er ganz alleine fertig werden - vor allem, damit er weiterhin ihre Pension kassieren kann, da er keine anderen Einnahmequellen hat. Alles kein Problem, bis sich ein Lokalpolitiker ansagt, um der betagten Jubilarin zum Geburtstag zu gratulieren. Kurzentschlossen "borgt" sich Freund Toni eine alte Dame aus. Dass er dabei zufällig die Kammerschauspielerin Elfriede Ott erwischt, ist erst der Beginn zahlreicher turbulenter Verwicklungen…
Zwei Antihelden, eine falsche Oma, viel Schlafmittel und noch mehr Probleme: wahnwitzig-geniale Austro-Komödie mit Elfriede Ott in ihrer tatsächlich allerersten Kinorolle!
Regie: Andreas Prochaska
Buch: A. Schwarzenberger, U.Lubrich, M. Ostrowski, A. Prochaska
Kamera: Heinz Wehsling
Mit: Elfriede Ott, Andreas Kiendl, Michael Ostrowski, Simon Hatzl, Angelika Niedetzky u.a.
Preise:
Österreichischer Filmpreis: Bester Spielfilm, Bestes Drehbuch, Beste Musik
Sonntag, 26.2.2012, 18:30
Männer al dente
Spielfilm Italien 2010
116 min, deutsche Fassung
Die Cantones sind angesehene Eigentümer einer Pasta-Fabrik, in der der älteste Sohn Antonio schon lange arbeitet. Nun ist der jüngere Tommaso an der Reihe. Er hat sein Studium in Rom beendet und soll in den Familienbetrieb einsteigen. Und genau das will er vermeiden. Vor versammelter Mannschaft will er gestehen, dass er nicht der ist, für den man ihn hält. Dem Vater – durch das öffentliche Bekenntnis blamiert bis auf die Knochen – wird dann keine Wahl bleiben: Er wird Tommaso des Hauses verweisen müssen, und der kann zurück in sein Leben nach Rom. Ein genialer und sicherer Plan. Aber dann kommt alles anders als gedacht.
Bei dem ersehnt-gefürchteten Familienessen kommt ihm sein Bruder mit dem eigenen Geheimnis zuvor und wird an seiner Stelle davongejagt. Zu allem Unglück erleidet der geschockte Vater einen Herzinfarkt, und Tommaso sitzt fest als Papas Liebling und neuer Firmenchef. Die Farce beginnt…
Der charmante Film über den ganz normalen Wahnsinn einer süditalienischen Familie plädiert für Toleranz!
Regie: Ferzan Özpetek
Buch: Ferzan Ozpetek, Ivan Cotroneo
Kamera: Maurizio Calvesi
Mit: Riccardo Scamarcio, Alessandro Preziosi, Nicole Grimaudo u.a.
Nominierung:
Europäischer Filmpreis: Publikumspreis